Von der Historie zur Moderne.

Jede erfolgreiche Geschichte ist letztendlich aus einer einzigen Quelle entstanden: den Menschen und der Kraft ihrer Gestaltungsmöglichkeiten.

Die bedeutendsten Wegmarken unseres Stammhauses Stephan Witte & Comp waren:

1785 Gründung der Nadelfabrik durch Conrad von der Becke.

1805 Übernahme durch den Nadlermeister, Stephan Witte, zusammen mit dem Schneidermeister, Franz Hermann Herbers. Herbers weiß, was der Markt benötigt und Witte beherrscht die Technik der Produktion.

1816 produziert die Firma schon 10 Mio. Nadeln jährlich und konkurriert auf allen Märkten der Welt mit der zuvor dominierenden englischen Nadelindustrie.

1827 erobern die Engländer die Führung auf dem Weltmarkt zurück. Ihre maschinell gefertigten Nadeln erreichen eine bis dahin nicht gekannte Genauigkeit und Güte. Der Iserlohner Nadelindustrie droht der Ruin.

1840 gelingt es dem Sohn von Stephan Witte, Hermann Witte, die Produktionsweise der Konkurrenz in England zu erkunden und in den Folgejahren mit einem Iserlohner Schlossermeister die englischen Maschinen zu Automaten weiterzuentwickeln.

1855 gründet Stephan Witte, schon 28 Jahre vor der gesetzlichen Regelung durch Reichskanzler Otto von Bismarck, für sämtliche Mitarbeiter eine betriebliche Kranken- und Unterstützungskasse, die in politisch unruhiger Zeit zu einem Markenzeichen für betriebliche Sozialpartnerschaft wurde.

1856 registriert die Firmenchronik 1.100 bis 1.300 Mitarbeiter. Sie stellen bis zu 2 Mio. Nadeln pro Tag her.

1864 wird es in den fünfstöckigen "Fabrikhäusern" in der Innenstadt zu eng für das expandierende Unternehmen. WITTE errichtet vor den Toren der Stadt eine neue, ganz auf Dampfkraft und Transmissionsantrieben basierende Betriebsstätte.

1894 errichtet die Firma auf Initiative von Friedrich Kirchhoff, der innerhalb von 15 Jahren vom ausgeliehenen Kaufmannsgehilfen zum Teilhaber aufgestiegen war, ein Press- und Stanzwerk. Dieses "zweite Standbein", als Risikoausgleich für die Weltwirtschaftskrise gegen Ende des 19. Jahrhunderts gedacht, ist das bis dahin größte Wagnis in der schon über 100 jährigen Firmengeschichte. Es beginnt zunächst mit einem Fehlschlag, denn der Markt nimmt das erste Produkt, eine patentierte Riemenscheibe für Transmissionsantriebe, zunächst nicht in dem erwarteten Umfang auf.

1900 hat die Firma die Belastungsprobe überstanden. Die Waggon- und Lokomotivfabriken erkennen die Vorzüge gepresster Stahlblechteile. Bergbau und Automobilindustrie folgen. WITTE hat der Zeit voraus mit seinem Presswerk das Tor zu einem zukunftsträchtigen Kapitel industrieller Technik geöffnet.

1914 Der 1. Weltkrieg ist auch für die exportorientierte bis Nadelindustrie eine Katastrophe.

1918 Die Hauptabsatz-  gebiete in Ostasien gehen an die japanische Konkurrenz verloren.

1925/1926 gelingt es zwar Hans Kirchhoff, dem Sohn des  Pionierunternehmers Friedrich Kirchhoff, in einer langen Reise auch im Fernen Osten wieder Fuß zu fassen, aber die Glanzzeiten der Nähnadelherstellung sind vorbei. Das "Konfektionszeitalter", die maschinelle Herstellung von Bekleidung, hat einen ersten "klassischen Strukturwandel" ausgelöst.

1945 Nach Ende des 2. Weltkrieges droht dem WITTE Presswerk zeitweise die Demontage, doch die Firma bleibt durch gute Kontakte der Kirchhoffs zu führenden englischen Industriellen verschont und erhält 1946 ein Produktions-Permit für lebensnotwendige Produkte, wie Schüttelrutschen und Förderwagengehäuse für den Steinkohlebergbau, Waggonteile für die Eisenbahn, Schubkarren für Bauhandwerker und Bratpfannen für den Haushalt.

1948 Nach Beginn der Währungsreform produziert WITTE außerdem Stahl-Heizkessel und -Radiatoren für Warmwasserzentralheizungen. Auch für Nadeln ist plötzlich wieder Bedarf. Mit einer Monatsleistung von bis zu 60 Mio. Näh-, Stopfund Handwerkernadeln erlebt die traditionsreiche Produktion ihre letzte Blütezeit.

1949 WITTE nutzt das Know-How der Nadelfacharbeiter und die Maschinen der Nadelfabrik für einen neuen Produktionszweig, die Herstellung von Schraubendrehern für Industrie, Handwerker und Heimwerker.

1954 wird die Nadelproduktion endgültig eingestellt und damit 170 Jahre nach der Gründung ein wirtschaftlich notwendiger Schlussstrich unter das traditionsreiche Kapitel gezogen.

1955 verstärkt WITTE den Aufbau neuer Produktionszweige. Neben das dominierende Presswerk treten mit wachsenden Kapazitäten die Bereiche "Handwerkzeuge" und "Heiztechnik". Die Produktion von Schraubendrehern wird auf über 1.000 Artikel ausgedehnt. Dr. Fritz Kirchhoff nimmt seinen Sohn, Dr.-Ing. Jochen Friedrich Kirchhoff, als Teilhaber in die Firma auf. Von der Warmwasserzentralheizung führt der Weg zur elektrischen Raumheizung und serienreifen Herstellung von Speicherheizgeräten mit dynamischer Entladung.

1960 Im Jahr des 175-jährigen Bestehens folgt zum zweiten Mal ein Sprung an die Stadtgrenze. In der Iserlohner Heide entsteht ein neues Werk zur Produktion von Elektroheizgeräten. Für Entwicklung, Konstruktion und Vertrieb wird die Tochtergesellschaft "WITTE Heiztechnik GmbH" gegründet.

1975 erhält auch der Unternehmensbereich "Handwerkzeuge" eine neue Produktionsstätte inder Iserlohner Heide. Mit einer Tageskapazität von 20.000 Schraubendrehern zählt WITTE zu den bedeutendsten Herstellern in Europa.

1980 beginnt WITTE die Fertigung von Einsteckwerkzeugen, sogenannten "bits" für elektrische Bohrmaschinen und erwirbt 1986 für den zunehmend erfolgreichen Unternehmensbereich "WITTE Werkzeuge" eine neue, über 10.000 m² große Produktionsstätte auf einem insgesamt 60.000 m² großen Grundstück in Hagen.

1981 verzeichnet die Unternehmensgeschichte den dritten Sprung in ein neues Iserlohner Industriegebiet. Schon 1979 entschließt sich die Unternehmensleitung wegen zunehmender Enge und Umweltschutzauflagen aus der Iserlohner Innenstadt auszuwandern und die Produktion der Elektrogeräte aufzugeben, um die gesamte Finanzkraft auf den Bau eines neuen Presswerkes zu konzentrieren. Auf einem insgesamt rund 100.000 m² großen Gelände mit inzwischen rund 40.000 m² Produktionsfläche können Kapazität und Kundenspektrum für die Automobilindustrie erheblich ausgeweitet und der Maschinenpark auf die Anforderungen der Zukunft ausgerichtet werden.

1984 erwirbt der Firmeninhaber, Dr.-Ing. Jochen F. Kirchhoff, zusammen mit seiner Frau sämtliche Geschäftsanteile der Firma Mathias Kutsch GmbH & Co. KG in Attendorn und erreicht damit eine ideale Ergänzung für die Unternehmensgruppe. Während WITTE mit Pressen bis zu 5.000 t Druckkraft und 12 m Tischlänge bisher vor allem für die Nutzfahrzeugindustrie, den Bagger-, Waggon- und Maschinenbau gearbeitet hat, ist Kutsch mit Maschinen von 50 bis 400 t und 2 m Tischlänge hauptsächlich für PKW-Hersteller und die Armaturenindustrie tätig.

1990 fällt der "Eiserne Vorhang". Die Wiedervereinigung Deutschlands wird gefeiert. Seine Grenzen öffnen sich dann durch die Gründung der Europäischen Union im Westen und den Zerfall der Sowjetunion und des Warschauer Paktes im Osten. Das Zeitalter der sogenanten "Globalisierung" bricht an. Die "Internationalisierung" der Automobilhersteller und damit auch unserer Produktionstätigkeit kann beginnen. Wenn unsere Kunden uns ein ausreichendes Auftragsvolumen geben, können wir zu ihren Montagewerken in die Absatzmärkte im Ausland folgen. Schon 1988 werden die Söhne von Dr.-Ing. Jochen F. Kirchhoff als Teilhaber in die Firma aufgenommen.

1990 tritt Dipl.-Wirtschaftsingenieur Arndt Günter, 1992 Dipl.-Ingenieur Jürgen Wolfgang und 1994 mit dem Erwerb der FAUN Umwelttechnik GmbH auch Dipl.-Ing. Dr. rer. pol. Johannes Friedrich Kirchhoff als Geschäftsführer in die Unternehmensgruppe ein. Nun geht es mit dem Erwerb bzw. der Gründung von Produktionswerken im Ausland "Schlag auf Schlag".

1993 Erwerb Fa. Gametal in Portugal, heute KIRCHHOFF Portugal, und Sigro in Olpe mit Werk KIRCHHOFF in Irland

1994 Erwerb der FAUN Umwelttechnik Deutschland mit Werken in Belgien, Frankreich, Polen und der Schweiz

1995 Gründung FAUN Municipal Vehicles in Wales/ Großbritannien

1997 Gründung KIRCHHOFF Mexicana, Puebla/Mexiko

1998 Gründung KIRCHHOFF Polska in Mielec/Polen

1999 Gründung Joint Venture Van Rob/KIRCHHOFF (VRK) in Querétaro/Mexiko

2000 Gründung KIRCHHOFF España in Zaragoza/Spanien

2001 Gründung Joint Venture Witte-Urrea in Guadalajara/ Mexiko

2004 Gründung KIRCHHOFF Hungária, Esztergom/Ungarn Eröffnung Werk KIRCHHOFF Polska Assembly I, Gleiwitz/Polen 2005 Erwerb Firma SOEC in Ymeray/Frankreich Neubau Werk KIRCHHOFF Polska Assembly II, Gleiwitz/Polen

2006 Erwerb REHA Group Automotive, Hilden mit Werk in Polen, Gründung von KIRCHHOFF Automotive China in Suzhou

2007 Neubau Presswerk KIRCHHOFF Automotive China in Suzhou Neubau Presswerk KIRCHHOFF Hungária, Esztergom/Ungarn

2008 Neubau Werkzeugbau KIRCHHOFF Polska, Mielec/Polen

2009 Neubau 2. Werk von KIRCHHOFF Automotive China in Chongqing

2010 Eröffnung des Sales & TD Office in Hamamatsu/ Japan

    Die KIRCHHOFF Gruppe begeht ihr 225jähriges Jubiläum.

2011 Übernahme der Mehrheitsanteile von Van-Rob auf dem nordamerikanischen Markt

2014 Die KIRCHHOFF Gruppe hat 45 Werke in 16 Ländern

Zukunft Die Führung der Unternehmensgruppe durch Dr. Jochen F. Kirchhoff und seine Söhne Arndt G., Dr. Johannes F. und J. Wolfgang Kirchhoff garantiert ihre erfolgreiche Weiterentwicklung im Sinne der 225jährigen Tradition.

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